Donnerstag, 1. Dezember 2016

ERSTER ERFAHRUNGSBERICHT
Nun ist schon fast ein Drittel des Auslandsjahrs um und wenn ich an die ersten Wochen fühlt es sich ganz anders an. Am Anfang hat sich alles noch so verwirrend und unklar angefühlt. Aber nach einiger Zeit habe ich verstanden wie es hier in Tlholego so läuft und wofür ich überhaupt da bin. Tlholego ist ein ganz anderes Projekt als die meisten Projekte vom DSJW. Alle anderen Freiwilligen mit denen ich mich bisher getroffen habe arbeiten mit Kindern oder Jugendlichen. Aber bei uns ist die Arbeit etwas diverser: Hauptsächlich wird hier im Garten gearbeitet. Das heißt: Unkraut rupfen, Wässern, ernten, neue Beete anlegen und bepflanzen. Wir drei Freiwilligen haben auch unseren eigenen eingezäunten Garten, in dem wir uns um alle möglichen essbaren Pflanzen kümmern und selbst verarbeiten. Als Lenart und ich ankamen war nur ein kleiner Teil des Gartens bepflanzt und der Rest war von Unkraut und Gräsern wie wild bewachsen. Ich habe dann beschlossen den Rest des Gartens auch noch zu bepflanzen. Als die Kinder für die Ferien von ihrer Schule nach Hause gekommen sind habe ich mit ihnen ein Gartenprojekt gestartet und jetzt hat jedes Kind sein eigenes Beet um das es sich kümmert.

Insgesamt sind es neun Kinder um die wir uns kümmern. 6 davon sind meistens auf der Schule, die von der Organisation Tsala ya Africa finanziert wurde. Diese NGO wurde vor ein paar Jahren von Freiwilligen gegründet, die beschlossen hatten, dass die Kinder ein Recht auf gute Bildung haben. Seitdem spenden Leute Tsala ya Africa und werden dafür über die Website und en Newsletter auf dem Laufenden gehalten. Das ist auch Teil unseres Jobs: Wir sollen Fotos und Zeugnisse, sowie allgemeine Geschehnisse an Tsala weiterleiten.

Außerdem, kümmern wir uns in den Ferien und einmal im Monat am Wochenende um die Kinder, was nichts anderes heißt als Spiele zu spielen, zu Basteln und zu malen und einfach Spass zu haben. In den letzten Ferien haben wir zum Beispiel eine Schatzsuche organisiert. Das Programm für diese Ferien schreibe ich im Moment auf und wir planen etwas Weihnachtsstimmung aufzubringen: Plätzchen backen und Geschenke basteln während die Weihnachtsmusik im Hintergrund läuft.
Abgesehen von den Kindern in der Schule sind da noch Motlhutleng, Onkarabile und Bembe. Die drei sind noch zu jung um in die Schule zu gehen und Kindergärten gibt es hier nicht in der Nähe. Also kümmere ich mich morgens um sie, damit die Eltern mal etwas Ruhe haben und arbeiten können. Bembe ist erst seit neuestem dabei und kommt auch nicht mehr. Onkarabile ist seit drei Wochen bei ihrer Oma und Motlhutleng ist eigentlich immer da. Ich habe den Kindern Zahnbürsten gekauft, weil es so aussah als würde ihnen zu Hause niemand die Zähne putzen. Das machen wir jeden Morgen als Erstes und dir Kinder freuen sich immer sehr darauf. Sonst macht es auch Spaß sie einfach in eine Schubkarre zu setzten und etwas durch den Garten zu fahren, Insekten und Vögel zu entdecke und Erdbeeren zu pflücken.

Da das Grundprinzip von Tlholego Permakultur ist, haben Lenart und ich außerdem angefangen hinter unserem Haus aufzuräumen und nach den Regeln der Permakultur Beete anzulegen und zu gestalten. Wir haben auch überlegt uns 5 Hühner zusammen mit unserer Nachbarin zu holen.

Abgesehen vom Garten und en Kindern habe ich hier auch zum ersten Mal aus Holz Sachen selbst gebaut. Dabei ist zum Beispiel ein Tisch entstanden oder eine Tür.Wenn ich keine körperliche Arbeit mache, sitze ich im Büro und organisiere Schilder und Labels für die Produkte, die Tlholego verkauft. Wenn ein Workshop stattfindet soll ich auch manchmal Informationen zum Beispiel zu bestimmten Tees oder Gemüsesorten sammeln, filtern und schön abtippen. Tlholego will auch ein Kochbuch drucken und da schreibe ich alle möglichen Rezepte rein und sortiere alles.Des Weiteren, hat die Freiwillige, die vor mir da war angefangen ein Kindergartenprojekt zu planen, damit die Kleinen während ihre Eltern arbeiten dorthin gehen können. Ich habe mich mit ihr in Verbindung gesetzt und versuche nun so viel ich kann zu helfen und als Kontaktperson in Südafrika zu wirken.

Ich fühle mich hier sehr wohl und freue mich, dass ich helfen kann. Auch wenn ich weiß, dass ich vielleicht nicht alle Probleme hier lösen kann, denke ich doch, dass ich einen gewissen Einfluss habe, schon alleine, weil ich einfach da bin.

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